Tiergespräch mit Cholo
Tiergespräch mit Cholo
Ich durfte ein Gespräch mit Cholo führen, das sich von Anfang an sehr ruhig und angenehm angefühlt hat.
Cholo zeigte sich liebevoll, sanft und eher zurückhaltend. Er ist kein Hund, der im Mittelpunkt stehen möchte. Wenn es nach ihm ginge, würde er anderen lieber den Vortritt lassen.
Während des gesamten Gesprächs hatte ich das Gefühl, mit einem sehr weisen Wesen zu sprechen. Seine Art war ruhig, klar und überlegt. Fast so, als würde er die Welt einfach gelassen beobachten.
Zu Beginn zeigte Cholo mir sein Zuhause.
Ich sah eine weiße Haustür, einen Flur mit Garderobe und ein Zimmer, dessen Tür fast immer geschlossen ist. Für Cholo war das völlig emotionslos – einfach ein Teil seines Alltags. Im anschließenden Gespräch stellte sich heraus, dass es sich dabei um die Speisekammer handelt.
Dann sprach er über etwas, das ihn tatsächlich stört.
Er mag es überhaupt nicht, wenn Bälle oder Spielzeug unter Sofas oder Kommoden rollen. Für ihn scheint das einfach nicht richtig zu sein.
Auch sein Geschirr und das Halsband sprach er an.
Er erklärte mir, dass sich beides manchmal etwas einengend anfühlt.
Über seine Aufgabe musste er dagegen nicht lange nachdenken.
Für Cholo ist ganz klar, warum er hier ist.
Er sieht sich als Begleiter.
Als Menschenfreund.
Und als jemand, der auf seine Menschen aufpasst.
Auch viele kleine Dinge aus seinem Alltag zeigte er sehr deutlich.
Er liebt den Garten und genießt es, wenn man ihm über die Pfote streichelt.
Beim Futter hat er ebenfalls klare Vorlieben.
Hühnchen schmeckt ihm besonders gut und auch sein Nassfutter mag er sehr. Trockenfutter ist für ihn in Ordnung – aber es müsste nicht ständig auf dem Speiseplan stehen.
Außerdem zeigte er mir einen länglichen Kauartikel, den er besonders gerne mag.
Auch körperlich sprach Cholo etwas an.
Im Bereich der Hüfte und des hinteren Rückens fühlt sich für ihn manches etwas eingerostet an.
Er machte aber gleichzeitig deutlich, dass nichts Schlimmes dahintersteckt. Vielmehr wünschte er sich etwas Unterstützung – am liebsten etwas Pflanzliches, das die Beweglichkeit fördern könnte.
Ein weiteres Thema war das Autofahren.
Cholo zeigte mir, dass er während der Fahrt im Kofferraum stehen bleibt.
Auf meine Nachfrage erklärte er auch den Grund.
Er möchte sich nicht hinlegen, weil er sich dabei nicht sicher fühlt. Sobald das Auto fährt und er etwas rutscht, hat er das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren.
Sein Vorschlag war überraschend konkret.
Er würde lieber auf dem Rücksitz mitfahren und das Autofahren in kleinen Schritten trainieren, bis er sich dabei entspannter fühlt.
Frauchen erzählte mir anschließend, dass sie genau das nun mit ihm umsetzen möchte.
Zum Abschluss richtete Cholo noch eine sehr persönliche Botschaft an Frauchen.
Sie soll ihren eigenen Weg gehen.
Auch dann, wenn sie ihn einmal alleine gehen muss.
Er erklärte, dass er an ihrer Seite ist, damit sie lernt, Grenzen zu setzen, Abhängigkeiten loszulassen und Dinge konsequent durchzuziehen.
Diese Botschaft passte für mich perfekt zu seiner gesamten Art.
Cholo wirkt ruhig und sanft.
Und gleichzeitig besitzt er eine bemerkenswerte innere Klarheit.
Dieses Gespräch hat einmal mehr gezeigt, dass Tiere nicht nur ihren Alltag beschreiben oder Vorlieben äußern.
Sie zeigen oft auch sehr deutlich, welche Rolle sie im Leben ihrer Menschen einnehmen – und wie sie sie auf ihrem Weg begleiten möchten.
Danke, Cholo, für dein Vertrauen und dieses besondere Gespräch.


