Tiergespräche

Tiergespräch Rocky

Tiergespräch mit Rocky

Ich durfte mit Rocky sprechen, einem älteren Hund, der sehr ruhig und entspannt auf mich wirkte.

Schon zu Beginn zeigte er mir einiges über sich und sein Aussehen. Er ist mittelgroß, hat kurzes, glattes Fell und auffällige weiße Pfoten.

Besonders deutlich zeigte er mir sein Gesicht. Dort nahm ich eine graue „Maske“ wahr. Früher war dieser Bereich braun, inzwischen ist er im Alter grau geworden.

Rocky zeigte sich mir müde und legte sich während des Gesprächs immer wieder ab. Gleichzeitig war da eine große Ruhe. Er wirkt grundentspannt und zufrieden.

Und man merkt, dass da ein Hund ist, der einmal sehr aufmerksam, clever und fit durchs Leben gegangen ist.

Heute geht vieles nicht mehr so leicht wie früher.

Ein Thema, von dem ich vor unserem Gespräch schon wusste, war seine Inkontinenz. Er machte deutlich, dass er es sehr schätzt, dass niemand mit ihm schimpft, wenn etwas daneben geht.

Auch über sein Futter sprach er gerne. Er mag sein Essen sehr und besonders Nassfutter kommt bei ihm gut an.

Noch wichtiger ist ihm aber das Draußensein.

Rocky liebt die Natur und verbringt gerne Zeit draußen. Gleichzeitig ist es für ihn vollkommen in Ordnung, inzwischen häufiger mit im Haus zu sein. Seit er älter geworden ist und körperlich abbaut, verbringt er mehr Zeit drinnen.

Besonders eindrücklich war für mich, wie genau Rocky beschrieb, was beim Aufstehen in ihm passiert.

Er zeigte mir, dass er sich zunächst mit den Vorderpfoten hochdrückt und erst anschließend das Hinterteil nachzieht.

Dieser Moment kostet ihn Kraft.

Und genau deshalb hatte er einen sehr konkreten Wunsch:

Er möchte beim Aufstehen nicht angefeuert oder motiviert werden.

Frauchen bestätigte im Gespräch, dass sie genau das manchmal gemacht hatten.

Rocky erklärte jedoch, dass er in diesem Moment keine Motivation braucht. Er sammelt Kraft und benötigt einfach ein wenig Zeit.

Was ihm hilft, ist geduldige Präsenz.

Einfach da sein und ihn in seinem Tempo machen lassen.

Während des Gesprächs kam außerdem immer wieder das Thema Temperatur auf. Zunächst konnte ich nicht einordnen, warum Rocky darauf so deutlich einging.

Frauchen löste es schließlich auf:

Nur wenige Tage zuvor war in Rockys Hundehütte draußen eine Infrarotheizung eingebaut worden.

Auch diese Veränderung in seinem direkten Umfeld hatte er wahrgenommen und in unser Gespräch eingebracht.

Zum Ende wurde das Gespräch sehr persönlich.

Rocky ist seit seiner Welpenzeit bei Herrchen. Die beiden verbindet ein ganzes gemeinsames Hundeleben.

Für Rocky ist Herrchen nicht einfach sein Mensch. Die beiden sind beste Freunde.

Und genau an ihn richtete er eine wichtige Botschaft.

Herrchen soll sich keine Gedanken machen.

Rocky machte sehr deutlich, wie eng ihre Verbindung ist und dass sein Herz nur für ihn schlägt.

Gleichzeitig möchte er, dass Herrchen irgendwann weitergeht, wenn seine eigene Zeit gekommen ist.

Für Rocky ist das in Ordnung.

Dieses Gespräch hat mir sehr schön gezeigt, wie klar ein älterer Hund wahrnehmen kann, was sich in seinem Leben verändert.

Rocky weiß, dass vieles nicht mehr so funktioniert wie früher. Aber er begegnet seinem Alter mit einer bemerkenswerten Ruhe.

Er möchte nicht gedrängt oder bemitleidet werden.

Er möchte Zeit, Geduld und die Menschen an seiner Seite, mit denen er schon so viel erlebt hat.

Danke, Rocky, für dein Vertrauen und dieses besondere Gespräch.